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Patrozinium - der Namen für die neue Pfarrei.

Stand zur Patroziniums-Suche zum Jahreswechsel 2021 / 2022

Liebe Mitglieder der vier Kirchorte im Pfarrverband Langwasser,

Im Oktober und November wurden in den Gottesdiensten und auf Plakaten den Kirchorten die fünf verbliebenen Vorschläge für ein neues Patrozinium in Langwasser vorgestellt: der hl. Christophorus, die hl. Edith Stein, der hl. Papst Johannes XXIII., der hl. Klemens Maria Hofbauer und der hl. Philipp Neri. Außerdem gab es zu jedem Vorschlag ein Heiligenbildchen mit einem Gebet zum Mitnehmen. Wir stellten fest: Jeder dieser fünf Heiligen wäre ein guter, geeigneter Patron / eine gute, geeignete Patronin für unsere neue Pfarrei in Langwasser!

Die Aktion kam gut an und regte zu manchem Gespräch in den Gemeinden an. Gottesdienst- und Kirchbesucher konnten am Ende dieser Zeit mit Klebepunkten anzeigen, welche*r Heilige ihr Favorit ist. Auch im Pfarrgemeinderat sprachen die gewählten Vertreter und die Hauptamtlichen über das Thema. Sie überlegten, wie die Heiligen zu der für die neue Pfarrei verabschiedeten pastoralen Vision und zu Langwasser passen und gaben ebenfalls ein Stimmungsbild ab.

Aus den beiden Meinungsbildern ergibt sich, dass einer der Vorschläge gestrichen werden kann, weil er insgesamt am wenigsten Anklang findet. Es geht hierbei um den hl. Klemens Maria Hofbauer.

Über die verbliebenen vier Heiligen, über die Sie weiter unten Informationen finden, wird der Pfarrgemeinderat sich Ende Januar 2022 bei einem Klausurtag nochmals intensiv austauschen und überlegen, wer zu unserer Vision besonders gut passt, um zu einer Entscheidung zu kommen.

Im Anschluss informieren wir Sie wieder gerne.

Vielen Dank für Ihr Interesse!

Der Vorstand des Pfarrgemeinderats Langwasser

Christophorus

Der heilige Christophorus ist einer der beliebtesten Heiligen – obwohl unsicher ist, ob es ihn überhaupt gab. Dem Namen werden schon seit über 1500 Jahren verschiedene Legenden zugeordnet, zum Beispiel von einem Ungeheuer, das durch die Taufe zu einen Missionar für den christlichen Glauben wurde und als Märtyrer starb oder von einem Riesen, der als Christ viel Gutes tat - und anderes mehr.

Am bekanntesten dürfte diese Legende aus dem 13. Jahrhundert sein:

Ein riesenhafter Mensch möchte nur dem stärksten Herrscher dienen. So sucht er den mächtigsten König und arbeitet für diesen. Nach einer Weile bemerkt er aber, dass der König selbst Angst vor dem Teufel hat – dass also dieser mächtiger ist als der König. So macht er sich auf und dient dem Teufel. Vor wem aber hat der Teufel Angst? Der gibt zu: vor Christus! Also möchte der riesige Mensch Christus dienen. Er fragt, wie er das tun könne und bekommt zur Antwort, er solle mit seinen starken Kräften den Menschen dienen und an einer Furt Reisende sicher durch das Wasser geleiten. Nach einiger Zeit weckt ihn eines Nachts ein kleines Kind mit der Bitte, es über den Fluss zu tragen. Der Riese macht das, aber während er das Kind trägt, wird es schwerer und schwerer und er schafft es nur gerade so noch durch die Furt. Er sagt zu dem Kind: „Mir war, als hätte ich das Gewicht der ganzen Welt auf meinen Schultern getragen.“ Das Kind erwidert: „Mehr als die Welt hast du getragen. Der Herr, der die Welt erschaffen hat, war deine Bürde“. Das Kind drückt ihn unter das Wasser und tauft ihn so. Der Riese nimmt Christus als seinen Herrn an und trägt fortan den Namen „Christus-Träger“ – „Christo-Phoros“.

Christophorus wurde durch diese und viele andere Erzählungen zu einem der beliebtesten Heiligen. In Wikipedia steht, dass 75 Kirchen und Kapellen in Deutschland ihm geweiht sind. Alle Rettungshubschrauber des ADAC tragen seinen Namen, es gibt die „Christophorus-Medaille“ für Lebensretter und er ist als einer der 14 Nothelfer für eine lange Liste an Gefahren und Krankheiten und viele Berufe „zuständig“. In neuerer Zeit ist er als Schutzheiliger der Pilger und Reisenden auch für den Autoverkehr zuständig geworden – sicher kennen sie die Plaketten, die ihm geweiht sind.

Ein Heiliger, den es wohl gar nicht gab, als Patron für Langwasser? – Starke Legenden und Erzählungen, aus denen wir Kraft für unser Leben schöpfen, sind nicht nur „Märchen“. Sie unterstützen uns dabei, gut zurechtzukommen in unserer oft komplizierten Welt. Starke Bilder helfen uns – und der Heilige Christophorus ist solch ein starkes Bild, eine starke Figur: Als Schutzheiliger für Reisende ist er ein Zeichen dafür, dass wir auf unseren Reisen und auf unserem Lebensweg insgesamt nicht allein unterwegs sind. Wir Christen glauben, dass unser Gott ein Gott ist, der uns auf allen Wegen mit ihren Höhen und Tiefen begleitet.

Der heilige Christophorus ist ein starkes Symbol – und da die Erzählungen um ihn schon so alt und so fest verankert in unserer Kultur sind, erschließen diese sich uns sehr selbstverständlich. Das kann uns in der neuen Pfarrei in Langwasser helfen.

Edith Stein

Ordensname: Teresia Benedicta a Cruce / Theresia Benedikta vom Kreuz

Edith Stein wurde 1891 als Kind jüdischer Eltern in Breslau, heute Wrocław in Polen geboren. Sie war die Jüngste von sieben Geschwistern und verlor ihren Vater, als sie noch keine zwei Jahre alt war. Ihre Mutter hielt sich bei der Erziehung streng an das jüdische Gesetz.

Edith wollte mit vierzehn Jahren nicht mehr zur Schule gehen, obwohl sie hoch begabt war. Ihre Mutter schickte sie für eine Weile nach Hamburg zu ihrer Schwester. Über diese Zeit schrieb Edith später: „Es war die Zeit, in der ich meinen Kinderglauben verlor und anfing, mich als selbständiger Mensch aller Leitung durch Mutter und Geschwister zu entziehen. … (In Hamburg) habe ich mir das Beten ganz bewusst und aus freiem Entschluss abgewöhnt.“ Edith suchte unerbittlich nach der Wahrheit, nicht ahnend, dass sie damit den suchte, der die Wahrheit ist.

Nach dem Abitur begann sie das Studium der Psychologie, Philosophie, Germanistik und Geschichte, zunächst in Breslau; dann in Göttingen. Dort lehrte der berühmte Philosoph Edmund Husserl. Sie folgte ihm nach Freiburg. 1917 promovierte sie zum Doktor der Philosophie und wurde Husserls Assistentin.

Damals hatte sie eine Begegnung, die tiefe Spuren in ihr hinterließ. Eine Freundin bat sie, den philosophischen Nachlass ihres gefallenen Mannes zu ordnen. Edith Stein war gern dazu bereit, doch fürchtete sie sich vor der Begegnung mit der jungen Witwe. Was für ein Wort des Trostes sollte sie ihr sagen? Doch es kam ganz anders. Sie fand keine gebrochene, verzweifelte Frau vor, sondern eine, die sich am Kreuz Christi festhielt und sich beim Kreuz Kraft holte. Diese Erfahrung traf Edith Stein im Innersten. Sie sagte später: „Es war dies meine erste Begegnung mit dem Kreuz und der göttlichen Kraft, die es seinen Trägern mitteilt. … Es war der Augenblick, in dem mein Unglaube zusammenbrach, … und Christus aufstrahlte: Christus im Geheimnis des Kreuzes.“

Im August 1921 war Edith Stein zu Gast bei ihrer Freundin Hedwig Conrad-Martius. Diese erlaubte Edith, aus ihrem Bücherschrank Lektüre zu wählen. Edith Stein erzählte später: „Ich griff hinein aufs Geratewohl und holte ein umfangreiches Buch hervor. Es trug den Titel: 'Leben der heiligen Teresa von Avila', von ihr selbst geschrieben. Ich begann zu lesen, war sofort gefangen und hörte nicht mehr auf bis zum Ende. Als ich das Buch schloss, sagte ich mir: ,Das ist die Wahrheit'.“ Es war schon Morgen geworden und die Sonne ging auf. In ihrem Inneren aber war das Licht der Gnade und der Liebe Gottes aufgegangen. Edith Stein hatte die Wahrheit gesucht und Gott gefunden.

Später schreibt sie im Rückblick auf die langen Jahre des Suchens: „Meine Suche nach der Wahrheit war ein einziges Gebet. Ein Wort des Trostes für alle, die sich mit dem Glauben schwer tun.“

Die Entscheidung war gefallen. Am Neujahrstag 1922 wurde sie getauft. Sie wählte als Taufnamen Teresia Hedwig. Eigentlich wollte sie nach der Taufe sofort in den Karmel eintreten. Aber der weise Domkapitular von Speyer gab ihr den Rat, zuerst in der katholischen Kirche heimisch zu werden. Er vermittelte ihr eine Stelle am Lehrerinnenseminar in Speyer, das von Dominikanerinnen geleitet wurde. Sie war eine glänzende Lehrerin; ebenso war sie im ganzen deutschsprachigen Raum eine gesuchte Rednerin. Die Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft bildete einen Schwerpunkt ihrer Arbeit. Sie wäre gerne Professorin an der Universität geworden, wurde aber mehrmals zurückgewiesen, weil sie eine Frau war.

1931 verließ sie Speyer und begann als Dozentin in Münster ihre Tätigkeit. Um durch ihre jüdische Abstammung das dortige Institut nicht zu gefährden, gab sie kurz nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Frühjahr 1933 ihre Lehrtätigkeit wieder auf. Die Zeit war reif geworden, ihren Entschluss zu verwirklichen: Edith Stein trat in den Karmel in Köln ein. Ein halbes Jahr später empfing sie das Ordenskleid und erhielt den Namen Teresia Benedicta a Cruce - Teresia vom Kreuz gesegnet.

Der Judenhass der Nationalsozialisten steigerte sich von Tag zu Tag. Edith Stein war sich im Klaren darüber, dass ihre Anwesenheit das Kölner Kloster gefährdete. Sie war von tiefem Schmerz erfüllt. Erst als Christin war ihr die Bedeutung des jüdischen Volkes in der Heilsgeschichte aufgegangen. Sie nannte die Juden „mein Volk“.

In der Silvesternacht floh sie über die holländische Grenze in den Karmel nach Echt. Dann wurde Holland von den Deutschen besetzt. Am 26. Juli 1942 ließen die holländischen Bischöfe einen Hirtenbrief verlesen, in dem sie gegen die Judenverfolgung protestierten. Die nationalsozialistischen Machthaber nahmen furchtbare Rache und verhafteten alle katholischen Juden, um sie nach dem Osten zu deportieren. Bereits am 2. August erschienen zwei SS-Offiziere und holten Edith Stein und ihre Schwester Rosa, die bei ihr im Kloster war, ab.

Ein Augenzeuge berichtete aus dem Sammellager: „Unter den Gefangenen fiel Schwester Benedicta auf durch ihre große Ruhe und Gelassenheit. … Sie ging unter den Frauen umher, tröstend, helfend, beruhigend wie ein Engel.“ In einem kleinen Brief vom 6. August steht der Einschub: „konnte bisher herrlich beten“. Die innige Verbundenheit mit dem Herrn gab ihr auch im Angesicht des Todes einen tiefen Frieden. Sie ging als gläubige Christin in innerer Solidarität den Weg ihres Volkes mit.

Am 9. August kam der Zug mit den Gefangenen in Auschwitz an. Sie wurden sofort in die Gaskammer geführt und ermordet.

1999 wurde sie von Papst Johannes Paul II. zusammen mit Birgitta von Schweden und Katharina von Siena zur Schutzheiligen Europas erklärt.

Gedenktag: 9. August

 

Argumente für dieses Patrozinium für Langwasser:

  • Seit ihrer Kindheit, in der ihre Mutter als Witwe sehr erfolgreich einen Holzhandel führte, wusste Edith Stein um die Gleichwertigkeit von Mann und Frau. Ihr war in den 20er und 30er Jahren in Deutschland die Professorenstelle verwehrt, nur, weil sie eine Frau war. Später verfasste sie viele Schriften und hielt Vorträge zur Stellung der Frau: „Keine Frau ist ja nur Frau“.
    Auch in der Kirche sind Frauen in ihren Möglichkeiten immer noch stark beschränkt. Eine Heilige, die als Patronin immer wieder daran erinnert, wie wertvoll die Gleichwertigkeit der Geschlechter ist, ist gut in der heutigen Zeit.

  • Als Patronin Europas steht Edith Stein für ein gutes Zusammenleben verschiedener Völker auf unserem Kontinent. In Langwasser mit Menschen aus so vielen Ländern ist das ein wichtiger Akzent.

  • Als Jüdin war Edith Stein die Versöhnung zwischen Christentum und Judentum, aus dem das Christentum aufsetzt, ein Anliegen. Auch heute flackert immer noch Antisemitismus auf. Eine Patronin Edith Stein setzt ein starkes Zeichen dagegen.

  • Langwasser ist in seiner Geschichte geprägt durch den Nationalsozialismus. Eine Patronin für unseren Ortsteil, die durch diese fatale Ideologie ihr Leben verlor, kann immer wieder bezeugen, wie falsch diese war. Edith Stein verlor ihr Leben in Solidarität mit ihrem Volk – aber ihr Weg endete nicht in der Gaskammer von Auschwitz, sondern in der Auferstehung mit Christus.

  • Edith Stein war einen Großteil ihres Lebens eine Suchende und fand in Jesus Christus ihr Ziel und ihre Wahrheit. Hierin kann sie uns in Langwasser immer wieder Vorbild sein, sich nicht abbringen zu lassen auf dem Weg zur Wahrheit, zum Leben, zu Gott.

Johannes XXIII.

Angelo Giuseppe Roncalli, ein Italiener, wurde 1881 als Sohn einer einfachen Bauernfamilie geboren. Er wurde 1904 zum Priester geweiht.

In den folgenden Jahrzehnten wirkte er als Professor und Kirchendiplomat. Im ersten Weltkrieg arbeitete er als Sanitäter und Kaplan. Ab 1933 war er Gesandter des Vatikans in der Türkei. Jetzt kam es zu Spannungen mit Rom, da er eine Offenheit gegenüber anderen Religionen zeigte und der Nähe der römischen Kirche zum Faschismus kritisch gegenüberstand.

Er entwickelt ein großes Verlangen nach einer Einheit der Kirche.

Ab 1937 ist er in Athen: Er unterstützt die Bevölkerung gegen die deutschen Besatzer und verhilft Juden zur Flucht.

1958 wurde er im Alter von 77 Jahren zum Papst gewählt.

1959 kündigte er das Zweite Vatikanische Konzil an, das von 1962 an tagte. Er war der erste Papst, der seit 1870 den Vatikan wieder verließ (Assisi). In Rom machte er viele Gemeindebesuche: „… ich will eine Kirche, die den Menschen an sich dient, nicht nur insofern sie katholisch sind“ (25.7.1962).

Insgesamt 8 Enzykliken: katholische Soziallehre, Würde des einzelnen, Solidarität, Subsidiarität, gerechte Lohnpolitik, Friede und Gerechtigkeit, Anerkennung der Menschenrechte, Gleichheit aller Menschen, gegen Rassismus und Kolonialismus, Ablehnung des gerechten Krieges, Ökumene mit den anderen Religionen.

Bezeichnend für sein Wirken war das sog. Aggiornamento, d.h. eine Öffnung und Hinwendung der Kirche zur modernen Zeit: Reform in Lehre und Organisation, Dialog mit anderen Religionen; Barmherzigkeit. Er setzte sich auch stark für den Frieden in der Welt ein.

1963 starb er, weltweit betrauert. Nie zuvor seit der Kirchenspaltung im 11. Jahrhundert und der Reformation im 16. Jahrhundert hatte ein Papst so viel Zustimmung, Anerkennung und weltweite Beachtung gefunden.

Im Jahr 2000 wurde er selig- und 2014 heiliggesprochen.

Patron des italienischen Militärs. Namensbedeutung: Gott ist gnädig

Gedenktag: 11. Oktober

Zitate:

  • Hier stehe ich und kann auch anders;

  • Man muss vor allem die Freiheit anderer Menschen achten, Gott tut es auch;

  • Denken wir an das Heute und überlassen wir uns dem Herrn, was den morgigen Tag angeht;

  • Ich ziehe es vor, mit dem, der geht, Schritt zu halten, statt mich abzusondern und es zuzulassen, dass man an mir vorbeigeht;

  • Zu Gaudium et Spes: „Eine Kirche, die den Menschen dient, muss diese Orte der Begegnung mit Gott und den Nächsten erst entdecken, sie muss aufbrechen und sich auf den Weg machen – erst recht, wenn sie in einer „Wohlstandsgesellschaft“ derart fest verankert ist, dass sie von dieser kaum zu unterscheiden ist. Sie muss ausziehen, nach draußen gehen, vor die Tür – zu den Menschen im Straßengraben, die unter die Räuber gefallen sind, dann wird sie zur Gemeinschaft derer, für die Jesus der Messias ist. Das wäre dann echte Erneuerung!" zitiert nach Willi Knecht

  • Die „10 Gebote der Gelassenheit“ haben wir bereits im Pfarrmagazin Langwasser Nr.7 veröffentlicht.

 

Argumente für dieses Patrozinium für Langwasser:

  • Offenheit gegenüber anderen Religionen, Ökumene, interreligiöser Dialog

  • Kritisch gegen: Faschismus, Ideologien, Rassismus, Kolonialismus

  • Einheit der Kirche

  • Friede

  • Hilfe für Juden: Bezug zum Nationalsozialismus; Nürnberg

  • Zweites Vatikanisches Konzil: katholische Soziallehre, Würde des einzelnen, Solidarität, Subsidiarität, gerechte Lohnpolitik, Friede und Gerechtigkeit, Anerkennung der Menschenrechte, Gleichheit aller Menschen, Ablehnung des gerechten Krieges. Aggiornamento: Öffnung und Hinwendung der Kirche zur modernen Zeit: Reform in Lehre und Organisation, Barmherzigkeit.

  • Wertschätzung der Gemeinden

  • Hinwendung an alle: „… ich will eine Kirche, die den Menschen an sich dient, nicht nur insofern sie katholisch sind“ (25.7.1962).

  • Verbindung zu unserem Kirchort Zum Guten Hirten: Bau von ZGH (1960/61) noch unter Johannes XXIII.

  • Verbindung zu unserem Kirchort Heiligste Dreifaltigkeit: Die Kirche HDF: Baubeginn am 11.10.1962, dem Eröffnungstag des II. Vatikanischen Konzils; Architektur gemäß den Vorstellungen des II. Vatikanums: Altar als Mittelpunkt der Gemeinde, Offenheit, Eingebundenheit der Kirche in die städtebauliche Umgebung. Die fertige Kirche wurde als Modellbau damals weltweit publiziert.

Philipp Neri

Filippo de Neri wurde 1515 in Florenz geboren und erlernte den Beruf eines Kaufmannes. Später arbeitete er auch als Erzieher.

Er erlebte mehrere Marienerscheinungen und kümmerte sich intensiv um heimatlose Kinder und Arbeiter. Sein lustiges Gemüt brachte ihm den Namen der lachende Heilige ein. 1548 gründete er eine Bruderschaft, die Bedürftige unterstützte. Erst 1551 empfing er die Priesterweihe.

Seine volkstümliche Art und seine Predigten waren bald so bekannt, dass an seiner Kirche ein zusätzlicher Raum angebaut werden musste: das Oratorium. Hier gründete er die Kongregation der Oratorianer. Schwerpunkt ihrer Arbeit waren Gebet, theologische Diskussion und die Abnahme der Beichte. Auch die Marienverehrung lag ihnen sehr am Herzen.

Philipp Neri starb am 26. Mai 1595. Seligsprechung: 1615; Heiligsprechung: 1622

Er gilt als Schutzpatron von Rom und Neapel und u.a. auch der Humoristen.

Gedenktag: 26. Mai

 

Zitate:

  • Kurzgebet: „Mein Jesus, ich möchte dir dienen, und finde den Weg nicht. Ich möchte das Gute tun, und finde den Weg nicht. Ich möchte dich finden, und finde den Weg nicht. Ich möchte dich lieben, und finde den Weg nicht. Ich kenne dich doch nicht, mein Jesus, weil ich dich nicht suche. Ich suche dich, und ich finde dich nicht. Komm zu mir, mein Jesus. Ich werde dich niemals lieben, wenn du mir nicht hilfst, mein Jesus. Zerschneide meine Fesseln, wenn du mich haben willst. Jesus, sei mir Jesus."

  • „Wir sollen das Gewöhnliche ungewöhnlich gut tun"

  • „Es ist leichter, fröhliche Menschen auf dem Weg des Geistes zu führen, als schwermütige!“

  • „Selig, ihr Jugendlichen! Ihr habt noch Zeit zum Gutes tun! Bleibt fröhlich, aber tut keine Sünde. Bleibt standhaft, wenn ihr könnt.“

  • „Bevor man andere korrigiert, denke man über sich selbst nach.“

  • „Wer etwas anderes will als Christus, weiß nicht, was er will; wer etwas anderes sucht als Christus, weiß nicht, worum er bittet; wer wirkt und nicht für Christus, weiß nicht, was er tut.“

  • „Lasst die Geldbeutel in Ruhe, wenn ihr Seelen gewinnen wollt. Man kann nicht Seelen gewinnen und zugleich Geld machen.“

  • „Gebt mir zehn selbstlose Leute, das genügt mir, um mit diesen die ganze Welt zu bekehren.“

 

Argumente für dieses Patrozinium für Langwasser:

  • Seelsorger / Apostel in einer Großstadt (Rom)

  • Erneuerer eines träge gewordenen, äußerlichen Glaubenslebens im damaligen Rom

  • gesuchter Einzelseelsorger (Beichtvater) und begabter Jugendseelsorger

  • Hochschätzung der Gemeinschaft und der Zusammenarbeit, Gründung von Gemeinschaft von Klerikern und Laien („Oratorium")

  • Förderung des Dienstes begabter Laien (sehr außergewöhnlich damals) in Andachten, Seelsorge, Caritas

  • Freund der Kirchenmusik

  • freundliches, zugängliches Wesen

  • besondere Verehrung des Hl. Geistes und der Gottesmutter

Quellnachweis

Alle Informationen und Zitate stammen, wenn nicht anders gekennzeichnet, aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon.

Zum Nachlesen: der Vortragvon Roland Schwab, dem Vorsitzenden unseres Pfarrgemeinderats, bei den Gemeindeversammlungen im Oktober 2021 an allen vier Kirchorten.