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Lesen Sie hier Tag für Tag einen geistlichen Impuls.

Geistliche Impulse für die gottesdienstfreie Zeit

Liebe Mitglieder der Gemeinden in unserem Pfarrverband,

leider ist es uns aufgrund der aktuellen Lage nicht möglich, Ihnen wie gewohnt öffentliche Gottesdienste an unseren Kirchorten anzubieten. Deshalb möchten wir Sie zumindest mit ein paar geistlichen Impulsen durch diese außergewöhnliche Zeit begleiten.

Auf dass wir alle im Gebet verbunden bleiben!

Herzlichst!

Ihr Pastoralteam

27. März – Freitag der 4. Fastenwoche

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 7)

In jener Zeit zog Jesus in Galiläa umher; denn er wollte sich nicht in Judäa aufhalten, weil die Juden darauf aus waren, ihn zu töten. Das Laubhüttenfest der Juden war nahe. Als seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, zog auch er hinauf, jedoch nicht öffentlich, sondern heimlich. Da sagten einige Leute aus Jerusalem: Ist das nicht der, den sie töten wollen? Und doch redet er in aller Öffentlichkeit, und man lässt ihn gewähren. Sollte der Hohe Rat wirklich erkannt haben, dass er der Messias ist? Aber von dem hier wissen wir, woher er stammt; wenn jedoch der Messias kommt, weiß niemand, woher er stammt. Während Jesus im Tempel lehrte, rief er: Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin; aber ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit. Ihr kennt ihn nur nicht. Ich kenne ihn, weil ich von ihm komme und weil er mich gesandt hat. Da wollten sie ihn festnehmen; aber keiner wagte ihn anzufassen, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.

Als Impuls

Jesus predigt. Aber unter Verfolgungen, unter Mühsal, er muss sich sogar heimlich verhalten. Aber tut all das, damit das Wort Gottes seine Wirkung entfalten kann. Geht es nicht vielen Christen auf der ganzen Welt heute auch so? Fühlen wir uns ihnen verbunden? Sind sie uns wichtig? Ergreifen wir Möglichkeiten, unseren verfolgten Brüder und Schwestern in Christus zu helfen?

Wir beten besonders

  • um Besonnenheit im Sturm der Nachrichten und Gefühle,
  • um die Gabe, Glaubensfreiheit nicht als selbstverständlich zu erachten und für unsere verfolgten Brüder und Schwestern,
  • für unsere Verstorbenen und besonders für die Intention der heutigen Messe.

28. März – Samstag der 4. Fastenwoche

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 7)  

In jener Zeit sagten einige aus dem Volk, als sie die Worte Jesu hörten: Er ist wahrhaftig der Prophet. Andere sagten: Er ist der Messias. Wieder andere sagten: Kommt denn der Messias aus Galiläa? Sagt nicht die Schrift: Der Messias kommt aus dem Geschlecht Davids und aus dem Dorf Betlehem, wo David lebte? So entstand seinetwegen eine Spaltung in der Menge. Einige von ihnen wollten ihn festnehmen; aber keiner wagte ihn anzufassen. Als die Gerichtsdiener zu den Hohenpriestern und den Pharisäern zurückkamen, fragten diese: Warum habt ihr ihn nicht hergebracht? Die Gerichtsdiener antworteten: Noch nie hat ein Mensch so gesprochen. Da entgegneten ihnen die Pharisäer: Habt auch ihr euch in die Irre führen lassen? Ist etwa einer vom Hohen Rat oder von den Pharisäern zum Glauben an ihn gekommen? Dieses Volk jedoch, das vom Gesetz nichts versteht, verflucht ist es. Nikodemus aber, einer aus ihren eigenen Reihen, der früher einmal Jesus aufgesucht hatte, sagte zu ihnen: Verurteilt etwa unser Gesetz einen Menschen, bevor man ihn verhört und festgestellt hat, was er tut? Sie erwiderten ihm: Bist du vielleicht auch aus Galiläa? Lies doch nach: Der Prophet kommt nicht aus Galiläa. Dann gingen alle nach Hause.

Als Impuls
Man kann Jesus offenbar nicht ignorieren. Weder die Hohenpriester und Pharisäer. Noch die Gerichtsdiener. Die einen verfolgen ihn, er bedroht ihre Stellung. Die anderen sind so beeindruckt, dass sie die Befehle, die sie bekommen haben nicht durchführen. Auch wir wollen und sollen Position beziehen. Wir müssen dazu nicht erst perfekte Christen sein. Es geht um die Entscheidung, sich zu Jesus auf den Weg zu machen. Eine Entscheidung, die wir immer wieder, für jeden Tag treffen müssen.

Wir beten besonders

  • für alle, die von Angst und Sorgen geplagt werden: um Hoffnungsfunken mitten im Ablauf dieser merkwürdigen Tage,
  • für alle, die sich um die Entwicklung eines Gegenmittels bemühen: um Erkenntnis und Weisheit zum Wohl der Menschen,
  • für unsere Verstorbenen und besonders für die Intentionen der heutigen Messe.

29. März – 5. Fastensonntag

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 11)

In jener Zeit sandten die Schwestern des Lazarus Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank. Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus.
Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen.
Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.
Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.

Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag.
Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?
Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
Jesus war im Innersten erregt und erschüttert.
Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte Jesus.
Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?
Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt, und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.
Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag.
Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast. Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!
Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden, und lasst ihn weggehen!
Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

Als Impuls

Jesus hatte Freunde. Er hat immer noch Freunde. Lazarus steht insofern auch für uns. Jesus bietet uns seine Freundschaft an. Und nicht nur das. Er sehnt sich sogar danach. Das ist nicht irgendetwas. Denn Jesus ist nicht irgendwer. Es ist der Sohn Gottes, der Erlöser der Welt, der Heiland, der uns seine Freundschaft anbietet. Kaum jemand käme auf die Idee, in der Welt die Freundschaft zu einer wichtigen, einflussreichen Person einfach so auszuschlagen. Jesus streckt seine Hand zu uns aus. Er führt uns schon in diesem Leben vom Dunkel ins Licht, vom Tod zum Leben. Wie Lazarus.  Gott sitzt nicht fern als Kaiser des Universums und schwingt sein Szepter, sondern in seiner Allmacht und Barmherzigkeit ist er unser Freund, der mit uns geht und uns voran.

Wir beten besonders

  • um die Eindämmung der COVID-19-Krankheit,
  • um den inneren Wunsch, die Freundschaft mit Jesus anzunehmen und ihr Raum zu geben,
  • um Hilfe für alle, die durch das Hilfswerk Misereor unterstützt werden,
  • für unsere Verstorbenen und besonders für die Intention der heutigen Messe.

30. März – Montag der 5. Fastenwoche

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 8)

In jener Zeit ging Jesus zum Ölberg. Am frühen Morgen begab er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es. Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du. Mit dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn zu verklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem Anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!

Als Impuls

Es ist eine Versuchung, sich auf die Sünden anderer zu konzentrieren. Sie wohlmöglich öffentlich zu machen: „Hast du schon gehört…“. Und dann auch noch eine Sünde gegen das 6.Gebot. Wie aufregend!
Jesus lässt sich auf dieses Spiel nicht ein. Wir sollten das auch nicht tun. Jesus wendet den Blick vielmehr nach innen. Wie sieht es denn in mir
selbst aus? Glänze ich tagein, tagaus durch Treue zu Gott? Habe ich seine Barmherzigkeit nicht nötig? Machen wir uns nicht zum Richter. Überzeugen wir viel eher durch Barmherzigkeit, die wir selbst stets nötig haben.

Wir beten besonders

  • dass wir Dankbarkeit für jeden Tag in Gesundheit spüren,
  • dass uns und alle die Erfahrung der Barmherzigkeit weg von der Sünde und hin zu Gott führt,
  • dass unsere Verstorbenen das ewige Leben erlangen und besonders für die Intentionen der heutigen Messe.

31. März – Dienstag der 5. Fastenwoche

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 8)

In jener Zeit sprach Jesus zu den Pharisäern: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen. Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum sagt er sonst: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen? Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben. Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich überhaupt noch mit euch? Ich hätte noch viel über euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt. Sie verstanden nicht, dass er damit den Vater meinte. Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat. Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefällt. Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.

Als Impuls

Jesus schont seine Zuhörer nicht. Sein Auftreten ist geradezu provokant. Jesus will die Pharisäer zu einer Entscheidung reizen. Und er sagt ihnen, wer ist: Er ist von oben, nicht aus dieser Welt. Er ist der Gesandte Gottes, der stets in Einheit mit Gott, dem Vater, ist. Und tatsächlich, viele kommen – obwohl die Rede hart ist – zum Glauben an ihn. Manchmal braucht es den Weckruf. Lasse ich mich von einem Wort Jesu, das mir nicht gefällt, wecken? Oder erwarte ich stets nur freundliche Zustimmung? Gehört zur Freundschaft mit Gott nicht auch, dass ich mich immer wieder auch von ihm aus dem Schlaf der Selbstgerechtigkeit aufwecken lasse? Zum eigenen zeitlichen und ewigen Heil?

Wir beten besonders

  • dass wir uns bewusst sind, dass unser Leben von Gott geschenkt ist,
  • dass wir uns immer wieder auf den Weg des wahren Lebens rufen lassen,
  • dass unsere Verstorbenen das ewige Leben erlangen und besonders für die Intentionen der heutigen Messe.

1. April – Mittwoch der 5. Fastenwoche

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 8)

In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien. Sie erwiderten ihm: Wir sind Nachkommen Abrahams und sind noch nie Sklaven gewesen. Wie kannst du sagen: Ihr werdet frei werden? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde. Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus; nur der Sohn bleibt für immer im Haus. Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei. Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid. Aber ihr wollt mich töten, weil mein Wort in euch keine Aufnahme findet. Ich sage, was ich beim Vater gesehen habe, und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. Sie antworteten ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wärt, würdet ihr so handeln wie Abraham. Jetzt aber wollt ihr mich töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit verkündet hat, die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe. So hat Abraham nicht gehandelt. Ihr vollbringt die Werke eures Vaters. Sie entgegneten ihm: Wir stammen nicht aus einem Ehebruch, sondern wir haben nur den einen Vater: Gott. Jesus sagte zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben; denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen. Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er hat mich gesandt.

Als Impuls

Nachdem im Evangelium gestern viele zum Glauben an Jesus gekommen sind, geht es heute nun um eine Folge des Glaubens: Das Handeln. Jesus will unser Handeln befreien – von allem, was uns immer wieder in die falsche Richtung führt. Von allem, was uns von Gott und den Menschen trennt. Die Wahrheit des Glaubens will auch unser Handeln befreien. Prüfen wir uns selbst, ob unser Handeln schon frei ist – oder ob wir doch im Zweifel die Ketten schlechter Gewohnheiten tragen oder der Angst um den eigenen Vorteil erliegen. Jesus will uns frei machen!

Wir beten besonders

  • um das Vertrauen, in der Hand Gottes geboren sein zu dürfen,
  • um die Erfahrung der Freude an der inneren Freiheit, die Gott uns schenkt,
  • für unsere Verstorbenen und besonders für die Intention der heutigen Messe.

Die geistlichen Impulse können Sie bei Pfarrvikar Dr. Karsten Junk per E-Mail bestellen: kjunk(at)bistum-eichstaett(dot)de